Diesel-Chaos

»Gelbwesten«-Protest greift auf Deutschland über!

In fast allen deutschen Großstädten gelten Fahrverbote oder treten demnächst in Kraft
In fast allen deutschen Großstädten gelten Fahrverbote oder treten demnächst in Kraft

Die schlimmsten Befürchtungen von Merkel & Co. werden wahr: Der Protest der französischen »Gelbwesten« greift auf Deutschland über. Heute Stuttgart – morgen überall?

Wird Stuttgart zur Hauptstadt einer neuen bundesweiten Protestwelle?

Jetzt werden auch in Deutschland gelbe Westen getragen. Rund 1.200 Wutbürger fanden sich am vergangenen Wochenende in Stuttgart zu einer spontanen Kundgebung gegen Diesel-Fahrverbote ein. Nach dem Vorbild der französischen »Gelbwesten«-Bewegung trugen viele Demonstranten ebenfalls gelbe Warnwesten. Sie forderten »Freie Fahrt für meinen Diesel!« oder »Pro Diesel, keine Enteignung«.

Für dieses Wochenende werden weitere Proteste erwartet, nicht nur in Stuttgart. Denn: Auch in vielen anderen Städten drohen Fahrverbote. Die Autofahrer sind buchstäblich auf 180.
Zugleich wächst der Unmut unter den Beschäftigten der Automobilindustrie. Sie bangen nicht nur wegen des Diesel-Chaos um ihre Arbeitsplätze. Auch der Vorschlag einer Regierungskommission, die Mineralölsteuer drastisch zu erhöhen und auf Autobahnen ein allgemeines Tempolimit einzuführen, verunsichert Autofahrer und Arbeitnehmer. IG-Metall-Chef Jörg Hofmann spricht bereits vom »Zündeln mit dem gesellschaftlichen Frieden«.
Zur Hauptstadt der neuen Protestwelle könnte in der Tat Stuttgart werden. In der Schwabenmetropole schlägt das Herz der deutschen Automobilindustrie – nicht nur wegen der Premiummarken »Porsche« und »Mercedes«, sondern auch wegen der vielen Zulieferer, von denen »Bosch« der größte ist.

In Stuttgart gilt seit Anfang Januar das rigoroseste Fahrverbot der Republik: Das ganze Stadtgebiet ist für ältere Diesel-Fahrzeuge tabu, soweit diese von einem Selbstzünder mit der Abgasnorm Euro 4 oder älter angetrieben werden. Betroffen sind zunächst Pendler, ab April dann auch Zehntausende Stuttgarter. Bis zu 100 Wutanrufe täglich verzeichnet der ADAC Baden-Württemberg.

Derweil treibt der Diesel-Irrsinn immer seltsamere Blüten: Diskutiert wird zum Beispiel, ob Inhaber eines Theater-Abos freie Fahrt haben sollen; oder Diesel-Fahrer, die ein Parkhaus in der Innenstadt ansteuern wollen.

Dabei steht den Stuttgartern das Schlimmste noch bevor: Sinken die Stickoxidwerte nicht schnell genug, könnten bald auch neuere Fahrzeuge der Abgasnorm Euro 5 von Fahrverboten betroffen sein.

Aber auch im Ballungsraum Rhein-Main brodelt es. Ob Frankfurt, Darmstadt, Wiesbaden, Mainz – überall herrsche »heilloses Durcheinander«, beklagt der Mainzer Oberbürgermeister Michael Ebling (SPD).

“Gelbwesten” protestieren in Stuttgart gegen Diesel-Fahrverbote und die ideologische Verteufelung des Autos

Der letzte Tropfen, der sozusagen den Tank zum Überlaufen bringt, ist die Erklärung von 120 zumeist Lungenfachärzten, aber auch unabhängigen Forschern. Nach ihren Erkenntnissen gibt es »derzeit keine wissenschaftliche Begründung« für die aktuellen Grenzwerte bei Feinstaub und Stickoxid. Die Grenzwerte seien willkürlich und viel zu streng angesetzt. Notwendig sei eine Neubewertung der Feinstaub- und Stickoxid-Studien durch unabhängige Wissenschaftler.

Die AfD-Fraktionschefin im Bundestag, Alice Weidel, twitterte: »Regierung erst zufrieden, wenn in jeder Garage ein Esel steht?«

SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach, der jüngst beim Neujahrsempfang der Pharmalobby im Berliner Luxustempel »KaDeWe« bei Hummer und Wein gesichtet wurde, hält indes eine mögliche Aussetzung des EU-weiten Feinstaubgrenzwertes für »verantwortungslos«. Zu den schädlichen Folgen des Hummer-Schlemmens ist bislang nur bekannt, dass dies den Cholesterin-Wert erhöht. Hohe Cholesterinwerte können zu Gefäßverengungen führen – auch im Gehirn. (oys)

Drucken

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here